KI-Sichtbarkeit: Welche Rolle spielen Google Bewertungen?
Waren früher gute Meta-Tags, schnelle Ladezeiten und starke Backlinks ausreichend für ein gutes Ranking, so entscheidet heute, im Zeitalter von LLM-Suchmaschinen, oft eine andere Währung über die Sichtbarkeit. Der externe Trust nimmt dabei eine zentrale Schlüsselrolle ein. Einen Überblick über die wichtigsten externen Trust-Faktoren erhalten Sie in unserem aktuellen Blog-Artikel.
Unter den vielen Möglichkeiten, mit denen man externen Trust erzeugen kann, sind der Themenkomplex „Bewertungen“ und damit auch Bewertungsportale ein zentraler Baustein. Geht es um Bewertungen, kommt man an Google bzw. den Google Bewertungen nicht vorbei.
Im Folgenden beschäftigen wir uns etwas intensiver mit dem Zusammenhang zwischen Google Bewertungen und KI-Sichtbarkeit.
1. „Externer“ Trust und seine Rolle im KI-Zeitalter
Ein zentraler Bewertungsrahmen für Inhalte in KI-Suchsystemen ist das E-E-A-T-Modell: Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Besonders der letzte Punkt „Vertrauenswürdigkeit“ lässt sich nicht allein durch eigene Aussagen erfüllen, sondern entsteht vor allem durch die Bestätigung von außen. Es ist mittlerweile augenscheinlich, dass die KI hier besonderen Wert legt.
Genau hier setzen externe Trust-Signale an: Bewertungen auf Google, Kununu oder Jameda zeigen KI-Systemen, dass ein Anbieter glaubwürdig ist. Wer im Netz positiv sichtbar ist, erfüllt somit das T-Kriterium des E-E-A-T-Modells und verbessert so seine Chancen, in KI-Antworten aufzutauchen.
2. Google Bewertungen spielen bei Bewertungsportalen eine gewichtige Rolle
Google Bewertungen sind stark verbreitet
Möchte man für sein Unternehmen eine positive Bewertung erhalten, dann sind Google-Bewertungen das Naheliegendste, denn rund 78 % bis 81 % aller Online-Bewertungen entfallen auf Google, während Yelp, Facebook oder TripAdvisor gemeinsam lediglich etwa 10 % ausmachen. Laut der Google Bewertungen-Studie 2024 von digital lokal haben die Anzahl, der Google Bewertungen in den untersuchten Branchen im Vergleich zu 2022 einen Zuwachs von fast 50 Prozent erzielen können. Das zeigt, wie relevant nach wie vor Google-Bewertungen für Unternehmen sind.
Google Bewertungen sind auch wegen der Indexierbarkeit für die KI nützlich
Im Zusammenhang mit KI-Sichtbarkeit spielen Google-Bewertungen eine besondere Rolle, und dies nicht wegen ihrer Sternebewertung allein, sondern weil sie öffentlich, indexierbar und maschinell auswertbar sind. Jede Rezension liefert Textinhalte, die von KI-Modellen als Stimmungsbild, aber auch als semantische Quelle erfasst werden kann. Unternehmen mit vielen, authentischen und aktuellen Bewertungen senden damit ein klares Signal: Dieses Unternehmen wird aktiv genutzt, es ist relevant, und es gibt reale Interaktionen mit Kunden oder Patienten. Für generative KI-Systeme, die auf große Textkorpora zugreifen, ist das ein verlässliches Trust-Signal, insbesondere dann, wenn Bewertungen regelmäßig eingehen, auf Kritik professionell reagiert wird und branchenspezifische Keywords enthalten sind. In Summe tragen Google-Bewertungen dazu bei, Vertrauen von außen sichtbar zu machen, und das wiederum kann die Platzierung in KI-Antworten deutlich verbessern.
Ziele von Google Bewertungen
Google verfolgt mit seinem Bewertungssystem ein klares Ziel: Rezensionen sollen authentische, unabhängige Nutzererfahrungen widerspiegeln, die freiwillig, unbeeinflusst, nicht bezahlt und außerhalb geschäftlicher Beziehungen abgegeben werden. Bewertet werden sollen direkte, punktuelle Erlebnisse wie ein Restaurantbesuch, ein Arzttermin oder ein Einkauf. Im Fokus stehen dabei Situationen, in denen Endkunden aus eigenem Antrieb handeln und ihre Meinung öffentlich teilen. Für diesen B2C-orientierten Anwendungsfall ist das System optimiert.
3. Herausforderungen von B2B Unternehmen bei Google-Bewertungen
Google Bewertungen sind eigentlich für B2C gedacht gewesen
In der Realität wird dieses Idealbild jedoch zur Herausforderung, da Google weltweit Rezensionen beurteilt und dies ohne individuellen Kontext. Dabei werden alle Unternehmen, ganz gleich ob Konzern, Familienbetrieb oder Start-up, nach denselben algorithmischen Mustern bewertet. Die Systeme suchen gezielt nach Anzeichen für Gefälligkeitsbewertungen oder Bewertungstausch. Dazu zählen etwa wechselseitige Bewertungen innerhalb kurzer Zeit, auffällig abgestimmte Formulierungen oder Profile, die ausschließlich für eine einzige Bewertung angelegt wurden. Auch wenn diese Merkmale in Einzelfällen vollkommen harmlos oder sogar erklärbar sind, führt Googles Misstrauenslogik oft zur automatisierten Entfernung.
Es kommt oft zu ungerechtfertigten Löschungen
Das ist insbesondere für B2B-Unternehmen problematisch: Die meisten Kundenbeziehungen im B2B sind vertraglich geregelt, basieren auf längerfristiger Zusammenarbeit und verlaufen häufig diskret. Genau das aber macht die öffentliche Bewertung komplex und für Googles Algorithmen anfällig. Denn sobald ein finanzieller Zusammenhang besteht, wird pauschal ein Interessenkonflikt unterstellt, unabhängig von der tatsächlichen Unabhängigkeit der Bewertung.
Auswege B2B-Unternehmen
Die strengen Regeln für die Bewertungen bedeuten aber nicht, dass B2B-Bewertungen unmöglich geworden sind. Wenn man einige Regeln beachtet und sich klug verhält, gehen sie durch. Ähnlich wie beim Backlinkaufbau im SEO-Umfeld.
4. Fazit
Positive Bewertungen sind längst mehr als gutes Marketing. Sie wirken als vertrauensbildendes Signal, und das nicht nur für potenzielle Kunden, sondern auch für KI-Systeme. Besonders Google-Bewertungen liefern öffentlich sichtbare Inhalte, die maschinell ausgewertet und als Zeichen von Relevanz und Glaubwürdigkeit gewertet werden. Wer sich langfristig Sichtbarkeit sichern möchte und dies nicht nur in Suchmaschinen, sondern auch in den Antworten von KI-Modellen, der kommt an dieser Form des Vertrauensaufbaus nicht vorbei. Google-Bewertungen werden dadurch zu einem strategischen Baustein für digitale Relevanz im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Für B2B-Unternehmen ist das eine besonders große Herausforderung: Einerseits müssen sie wegen der KI-Sichtbarkeit noch mehr bestrebt sein, gute Bewertungen zu erhalten. Andererseits erschwert dies Google immer mehr. Aber diese besonderen Herausforderungen im digitalen Marketing sind B2B-Unternehmen ohnehin gewohnt …