Was kann Online-PR für KI-Sichtbarkeit leisten?
Die Spielregeln digitaler Sichtbarkeit verändern sich gerade radikal. Lange war Google der zentrale Gatekeeper: Wer auf Seite 1 stand, war sichtbar, wer nicht, verschwand im digitalen Nirwana. Doch mit ChatGPT, Perplexity & Co. geraten diese Regeln ins Wanken. Immer mehr Nutzer stellen ihre Fragen direkt an KI-Systeme und erhalten Antworten, die nicht mehr primär aus der eigenen Website stammen, sondern aus einem Pool externer Quellen.
Die große Frage lautet: Wie schafft man es, in diesem neuen Ökosystem aufzutauchen? Unter den vielen Punkten, die gerade diskutiert werden, zeichnet sich ein großer gemeinsamer Nenner ab: Es geht nicht nur um Selbstdarstellung, sondern darum, wie andere über sie sprechen.
Diese Erkenntnis ist einfach, aber bitter zugleich. Es ist schön, dass die KI-Anwendungen so sehr bestrebt sind, ihren Usern die ungefärbte Realität zu liefern. Aber bitter ist es deshalb, weil es gar nicht so einfach ist, das zu steuern, was die anderen über einen sagen. Gerade im mittelständisch geprägten B2B-Sektor ist das oft ein hartes Brot. Was man als (mittelständisches B2B) Unternehmen tun kann, lesen Sie in diesem Beitrag.
1. Externer Trust ist der Schlüssel für KI-Sichtbarkeit
KI-Systeme werten Informationen nach Vertrauenswürdigkeit. Extern bestätigte Inhalte schlagen Eigenwerbung, und zwar jedes Mal. Erwähnungen in Fachportalen, Medien oder Magazinen wiegen deutlich schwerer als die eigene Website.
Das erinnert an SEO-Backlinks, nur schärfer: Ohne unabhängige Quellen bleibt man unsichtbar. Lediglich mit ihnen wird man sichtbar.
2. PR als Königsweg für externen Trust
Wenn Vertrauen von außen die neue Währung ist, dann ist PR der Premium-Kurs. Ein Artikel in der FAZ, ein Interview im Handelsblatt, ein Feature in einem Fachmagazin, das sind Signale, die KIs kaum übersehen.
PR liefert:
- Autorität durch journalistische Standards
- Reichweite durch starke Medienmarken
- Nachhaltigkeit, weil gute Beiträge jahrelang auffindbar bleiben
Aus diesem Grund haben wir hier schon in einem anderen Artikel das Statement gewagt, dass PR ein großes Comeback feiern wird. Comeback ist etwas übertrieben, denn PR war nie weg. Dennoch wurde PR des Öfteren das Aus angekündigt.
Unter anderem aufgrund des Auftauchens des Online-PR.
3. Online-PR als Alternative?
Wenn PR der Königsweg ist, was bleibt dann für die vielen Unternehmen, die diesen Weg nicht gehen können? Doch dieser Weg ist schwer zugänglich. Klassische PR erfordert Geschichten, die Medien für berichtenswert halten, und ist für viele Unternehmen schlicht zu aufwendig und langsam.
Hier rückt ein alter Bekannter ins Bild: Online-PR.
In den 2000ern galt sie als digitale Alternative. Für eine Weile war Online-PR ein günstiger und SEO-freundlicher Geheimtipp. Doch als Google die klassischen Presseportale entwertete, fiel die Disziplin in Ungnade. Viele sprachen nur noch von Content-Marketing und Social Media.
Die Frage heute lautet: Kann Online-PR im KI-Zeitalter ein Comeback feiern?
4. Die Rolle von Online-PR
Begriffsklärung
Als der Terminus „Online-PR“ auftauchte, war eine Abgrenzung nicht notwendig. Die „traditionelle“ PR pflegte Presseverteiler und versorgte ihre Kontakte per Fax mit Pressemitteilungen oder Fachartikeln, organisierte Pressekonferenzen usw. Online-PR meinte die Veröffentlichung von Unternehmensinformationen auf digitalen Kanälen, insbesondere die PR-Portale und deren Verbreitung.
Aber heute? Heute gibt es den Begriff kaum noch. Denn da fast jegliche Kommunikation digital ist, ist es auch die PR-Arbeit. Heute gilt: Die Grenzen sind verschwommen, weil heute fast alle Medien digital erscheinen. Deshalb braucht es eine klare Eingrenzung:
- PR (klassisch): Leitmedien, große Reichweite, maximale Autorität
- Online-PR: Fachportale, Branchen-News, Expertenblogs, Podcasts mit redaktionellem Anspruch
- Content-Marketing: Eigene Kanäle (Website, Blog, Whitepaper), kontrollierbar, aber intern
Kurz gesagt: Online-PR ist heute die digitale Mittelschicht zwischen Eigenwerbung und großen Leitmedien. Das Fundament an Erwähnungen, das KI und Suchmaschinen als Relevanz-Signale wahrnehmen.
Die Achterbahnfahrt der Online-PR
Online-PR wurde lange belächelt: Zu viele Portale, zu viel SEO-Trick. Doch unterschätzt wird, wie stark sie in Fachportalen, Branchenmedien und Nischenblogs wirkt. Gerade im B2B schafft sie leise, aber wirksam Reputation.
Beitrag im KI-Zeitalter
Was also kann Online-PR wirklich leisten?
- Breite statt Glanz: viele kleine Erwähnungen als Grundrauschen
- Reputation in Nischen: Fachquellen zählen besonders
- Zugänglichkeit: schneller und günstiger als klassische PR
Aber: Online-PR ist keine Wunderwaffe. Sie reicht nicht, um allein Thought Leadership in KI-Systemen aufzubauen. Für Spitzen-Sichtbarkeit bleibt klassische PR unersetzlich.
Wirkung auf KI-Sichtbarkeit: Vergleich mit PR‑„nahen“ Disziplinen
5. Mittelstand & B2B: Hier wird Online-PR zum Königsweg
Während PR im B2C unschlagbar bleibt, gelten im B2B-Mittelstand andere Regeln:
- Reichweite ist zweitrangig. Entscheidend ist, die richtigen Entscheider zu erreichen.
- Fachportale sind Leitmedien. Eine Erwähnung im Branchenmagazin zählt mehr als ein kurzer Artikel in der Süddeutschen.
- KIs werten genau die Fachquellen hoch, die in Nischen entscheidend sind. Hier kann Online-PR sogar die Hauptrolle übernehmen. Nicht statt, sondern neben klassischer PR als Königsweg im Mittelstand.
6. Fazit
Am stärksten wirkt die Kombination: PR für das große Scheinwerferlicht, Online-PR für das digitale Fundament. Aber: Viele Mittelständler können sich klassische PR nicht leisten.
Dann gilt: Lieber Online-PR als gar keine Präsenz.
- Im B2C bleibt sie Nebenschauplatz.
- Im B2B-Mittelstand wird sie zur Hauptdisziplin. Weil Fachquellen dort die eigentlichen Leitmedien sind.