PR - ein heimlicher Gewinner des
KI-Trends?

Marketing Blog29.07.2025

In den letzten Jahren galt die Sache als entschieden. Wer sichtbar sein wollte, setzte auf SEO, strukturierte Website-Inhalte und clever ausgespielte Owned-Media-Kampagnen. PR? War teuer. Langsam. Schwer steuerbar. Und in einer Welt, in der jeder selbst zum Publisher werden konnte, schlicht verzichtbar. Doch mit dem Einzug von ChatGPT, Perplexity & Co. beginnen sich die Spielregeln der digitalen Sichtbarkeit zu verschieben. Wie diese erzeugt wird, ist zu einem gewissen Teil noch offen. Aber feststeht: PR könnte ein entscheidender Faktor für Sichtbarkeit im KI-Umfeld werden. Plötzlich könnte PR vom Nice-to-have zum Must-have werden.

1. Die besondere Rolle von „externen“ Trust im KI-Zeitalter

In der Diskussion darüber, wie Unternehmen Sichtbarkeit bei LLMs (Large Language Models) erzielen können, gilt eines bereits als weitgehend gesichert: Der Faktor „Trust“ wird eine zentrale Rolle spielen. Eine ausführliche Analyse hierzu lesen Sie in unserem Artikel: Externer Trust: Schlüssel zur KI-Sichtbarkeit.

Dabei kommt der externen Sphäre eine außergewöhnlich hohe Bedeutung zu. Wer in Fachartikeln erwähnt, in Rankings geführt oder auf renommierten Portalen gelistet wird, gewinnt an semantischer Relevanz. Es ist der öffentliche Resonanzraum, der die Sichtbarkeit im KI-Umfeld generiert.

2. PR bleibt ein wichtiger „Gatekeeper“ für externen Trust

Ausgerechnet die Public Relations, deren Relevanz im Zuge der Digitalisierung lange infrage gestellt wurde, erweisen sich heute als zentral für das Thema „KI-Sichtbarkeit“. Besonders mit dem Aufkommen des „Web 2.0“ und der damit verbundenen Verlagerung der Kommunikationsmacht hin zu nutzergenerierten Inhalten galt PR vielerorts als Auslaufmodell. So konnte man bereits in dem 2009 erschienenen Buch „Die neuen Regeln für Marketing und PR im Web 2.0“ von David Meerman Scott nachlesen, dass mit dem Aufkommen von Blogs, Online-PR und Foren endlich die Gatekeeper-Funktion von Journalisten umgangen werden konnte. Die Unternehmen konnten somit selbst zu Publishern werden.

Content Marketing wurde zur Standarddisziplin. Unternehmen investierten in Corporate Blogs, LinkedIn-Strategien, Webinare und Whitepaper. Alles messbar. Alles intern kontrollierbar. PR dagegen war unbequem: Themen pitchen, Redaktionen überzeugen, Kontrolle abgeben. Hinzu kam: Für klassische Suchmaschinen reichte es, Inhalte selbst zu veröffentlichen, denn solange Keywords und Backlinks stimmten, war externe Validierung ein Nice-to-have.

Wenn überhaupt PR betrieben wurde, beschränkte sie sich vielerorts auf Online-PR. Doch die Praxis hat viele Content Marketer eines Besseren belehrt: Wer regelmäßig bloggt oder sich mit Social Posts abmüht, kennt das Problem: Es ist nahezu unmöglich, damit als Quelle für journalistische Beiträge wahrgenommen zu werden. Je kleiner das Unternehmen und je weniger spektakulär dessen Themen, desto schwieriger wird es.

Viele Content Marketer mussten sich eingestehen, dass es ein langer Weg ist, bis man es schafft selbst bestens recherchierte Inhalte in die Wunschmedien zu platzieren. Warum das so ist, lesen hier: Von Content Marketing zu PR.

Am Ende des Tages bestätigte es sich immer wieder: Ohne eine professionelle PR-Arbeit durch eine PR-Agentur oder PR-Experten ist man hier auf verlorenem Posten.

3. PR Markt wächst weiter - und sieht sich goldenen Zeiten entgegen

Vor diesem Hintergrund ist es kaum überraschend, dass auch aktuelle Markteinschätzungen die positive Entwicklung der PR-Branche bestätigen. So ergab eine internationale Umfrage des International Public Relations Network (IPRN) unter Agenturen in 22 Ländern, dass 69 % der befragten PR-Agenturen für das Jahr 2025 mit Wachstum rechnen. Die Studie zeigt: PR wird nicht nur als kommunikativer Begleiter, sondern zunehmend als strategischer Impulsgeber wahrgenommen, mit Innovationsfähigkeit und Anpassungskompetenz im Zentrum.

In diesen Schätzungen konnte die herausragende Bedeutung, die PR für die KI-Vertrauensbildung spielen wird noch gar nicht integriert werden. Aus diesem Grund war davon auszugehen, dass diese moderaten Prognosen bei weitem übertroffen werden.

Selbst das Spezialgebiet „Online-PR“, dem Google zwischenzeitlich „die kalte Schulter gezeigt“ hat, wird nach den neuen Spielregeln für KI wieder relevant werden.

4. Fazit

In einer Welt, in der Maschinen unser Wissen sortieren, zählt, was andere sagen. PR erfüllt genau diese Funktion: Sie verlagert die Sichtbarkeit aus der Selbstbeschreibung in die Fremdwahrnehmung. Und genau dort setzen LLMs an.

Wer morgen in ChatGPT auftauchen will, muss heute anfangen, im relevanten Umfeld sichtbar zu sein, nicht als Werbetreibender, sondern als Thema.

PR ist damit nicht mehr nur Imagearbeit. Sie wird zur Trust-Infrastruktur für Maschinen. Damit wird PR konstitutiv für die Sichtbarkeit in KI. Damit gewinnt PR eine Relevanz, die sie in dieser Form nie zuvor hatte.

© Adobe Stock / nuttachet chinavong

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