(C) Photographee.eu / Fotolia

Praktikumsstellen im Marketing in Großstädten wie München oder Hamburg sind begehrt, besonders bei Schülern und Studenten. Allerdings ist es seit einiger Zeit, genauer seit dem 1. Januar 2015, deutlich schwieriger für Bewerber geworden für eine Stelle in Betracht gezogen zu werden. Zumindest für ein paar von ihnen.

Bei Praktika unterscheidet man im Allgemeinen zwischen einem Plichtpraktikum und einem freiwilligen Praktikum. Der grundlegende Unterschied ist, dass ein Pflichtpraktikum im Laufe eines Studiums absolviert wird und von der Hochschule vorgeschrieben ist, es ist also ein existentieller Teil des Studiums. Ein freiwilliges Praktikum kann zwar auch während des Studiums absolviert werden, allerdings ist es wie der Name schon sagt freiwillig und wird nicht von der Hochschule vorgeschrieben. Als freiwilliges Praktikum gelten aber auch Praktika von Schülern oder Absolventen.

 

Freiwillige vor!

Hier geht es zum spannenden Marketing Praktikum in München
– ob freiwillig oder unfreiwillig (=Pflichtpraktikum)

 

(C) ra2 studio / Fotolia

1. Gründe ein freiwilliges Praktikum zu machen 

Marketing ist eine vielschichtige Branche, die sich lohnt zu erkunden.

Ein Praktikum ist immer empfehlenswert, allerdings besonders in einer Branche wie Marketing. Marketing ist facettenreich und in vielen verschiedenen Berufsfeldern vertreten, es gibt Marketing Abteilungen in Firmen, aber auch Marketing Agenturen. Insbesondere durch die Digitalisierung ist Marketing sehr viel vielschichtiger geworden und es sind zahlreiche neue Nischen und Bereiche entstanden. Diese können in ihrer Vielzahl nicht ausführlich genug von den Hochschulen behandelt werden. Daher ist es für Studenten die nach ihrem Studium an einem Job im Marketing interessiert sind, ratsam, vorher einmal in verschiedene Teilbereiche der Branche „hineinzuschnuppern“ und herauszufinden wo die eigenen Präferenzen liegen und was einem am meisten interessiert. Ein Praktikum erweitert den Horizont.

(C) pixabay

2. Praktika sind auch für Schüler interessant

Aber auch für Schüler ist ein freiwilliges Praktikum im Marketing interessant. Für sie steht vermutlich in naher Zukunft die Studiengangswahl an, bei welcher vorab geleistete Praktika als Entscheidungshilfe dienen können. So lässt sich in einem Praktikum feststellen ob hinter dem anfälligen Interesse „weil man es sich spannend vorstellt“, auch in der Praxis noch mehr steckt und Marketing als Studiumsschwerpunkt und möglichen späteren Job zu wählen eine wirkliche Option ist.

Außerdem ist es mittlerweile gängige Praxis, dass als Aufnahmekriterium in einen Studiengang ein Praktikum in einem für das Studium relevanten Bereich über eine vorgeschriebene Dauer verlangt wird. Da zu diesem Zeitpunkt die Bewerber allerdings noch nicht immatrikuliert sind, gilt diese Form des Praktikums nicht wie zu erwarten als Pflichtpraktikum, sondern fällt unter die Kategorie freiwilliges Praktikum.

(C) pixabay

3. Praktika bieten wertvolle Praxiserfahrung, welche für den späteren Job immens wichtig ist

Praktika dienen aber nicht nur als Entscheidungs- und Orientierungshilfe, sondern bieten noch zahlreiche andere wertvolle Vorteile. Ein weiterer hoch angepriesener Nutzen den Praktika bieten, ist sicherlich die allseits bekannte Praxiserfahrung. Bewerber verdrehen die Augen, wenn sie das Wort nur lesen, ist sie doch in jeder Stellenausschreibung gefordert. Und das nicht zu wenig. Der Arbeitgeber hätte am liebsten schon Jahre lange Erfahrung, in so vielen Bereichen, Betrieben und Agenturen wie möglich, am besten ist auch noch was im Ausland dabei. Aus diesem Grund sind Praktika für jeden relevant der noch nicht aktiv in der Arbeitswelt angekommen ist. Praxiserfahrung ist die Währung des Berufslebens und sie ist Gold wert. Und auch persönlich bringt sie einen Praktikanten maßgeblich weiter. In kleinen Projekten übernehmen Praktikanten Verantwortung, sammeln Erfahrungen und lernen Vorgänge die im weiteren Studium nützlich sind. Nie lernt man schneller und effektiver, als wenn theoretisch gelerntes Wissen aus der Vorlesung, in der Praxis angewandt werden kann. Zusammenhänge und Funktionen die man sich aus seinen Unterlagen stundenlang mühsam in das Langzeitgedächtnis prügelt, werden mit Leichtigkeit nebenbei gelernt und so schnell nicht mehr vergessen. Theorie mit Praxis zu verknüpfen ist der einfachste Weg zu lernen. Und auch der Einstieg ins Berufsleben wir durch Praxiserfahrung sehr erleichtert. Ein Berufseinsteiger der von der Schule an die Uni gegangen ist und von der Uni ohne Zwischenstopp direkt in den Beruf geht wird länger brauchen um anzukommen und länger eingearbeitet werden müssen, als jemand der schon Praxiserfahrung gesammelt hat und demnach schon „arbeiten kann“. Durch Praxiserfahrung wird der Einstig ins Arbeitsleben sehr viel einfacher.

4. Im Praktikum entwickelt man sich persönlich weiter

Gerade für die persönliche Entwicklung ist ein freiwilliges Praktikum immer förderlich. Viele Praktikanten lernen das erste Mal selbstständig zu arbeiten und Verantwortung für kleinere Projekte zu übernehmen. Dies ist zum einen wertvoll für die berufliche Laufbahn, aber auch für die persönliche Entwicklung. Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein müssen gerade junge Leute in dieser Phase ihres Lebens in vielen Bereichen lernen. Es ist hilfreich dies schon in einem Praktikum zu lernen, und nicht erst im ersten Job. Im Praktikum hat man einen festen Ansprechpartner, der einen unterstützt und für einen verantwortlich ist. Fehler sind erlaubt, man lernt schließlich noch.

(C) Frank Boston / Fotolia

5. Networking öffnet Tür und Tor in der Berufswelt

Auch der nächste Vorteil erleichtert den Start ins Arbeitsleben: das Networking. In einem Praktikum können wichtige Kontakte geknüpft werden, die nach dem Abschluss helfen können einen Job zu finden. Gerade in einer Branche wie dem Marketing ist das Networking extrem wichtig. Die richtigen Kontakte können Tür und Tor weit öffnen. Der Aufwand den man hierfür betreiben muss ist vergleichsweise gering, lernt man die meisten Kontakte beim normalen Praktikumsalltag bei der Arbeit kennen. Im Praktikum eine gute Leistung zu zeigen zahlt sich langfristig aus. So besteht die Möglichkeit, dass man positiv im Gedächtnis geblieben ist und nach dem Studium einen Job beim alten Arbeitgeber angeboten bekommt. Falls ein freiwilliges Praktikum nach dem abgeschlossenen Studium stattfindet, kann es auch als Probezeit fungieren, nach der das Unternehmen den Praktikanten in Vollzeit übernehmen kann. Auch das Unternehmen profitiert hier, es wird jemand eingestellt, der bereits mit der Arbeitsweise und den Strukturen des Unternehmens bekannt ist. Dadurch verkürzt sich die Einarbeitungszeit und der Angestellte trägt schneller zum Erfolg des Unternehmens bei. Aber auch ein gutes Praktikumszeugnis spricht für sich. Selbst wenn es nach dem Studium nicht um eine Stelle im ehemaligen Praktikumsbetrieb geht, sind die damals genknüpften Kontakte wertvoll. So kann man sie als Referenz angeben oder sich über sie über offene Stellen in der Branche informieren.

(C) Olivier Le Moal / Fotolia

6. Im Praktikum Fähigkeiten aneignen, die sonst schwer zu lernen sind

Der nächste Punkt ist eher für Studenten relevant. Die Weiterbildung. Ein freiwilliges Praktikum kann durchaus auch das vorrangige Ziel haben, sich in bestimmten Bereichen weiterzubilden und Qualifikationen zu erlangen. Wie bereits vorher erwähnt ist die Branche Marketing durch die Digitalisierung sehr viel facettenreicher geworden. Es gibt deutlich mehr Bereiche als in einem normalen Studium behandelt werden. In einem Praktikum kann man diese nicht nur kennenlernen, sondern sich auch aus diesen Bereichen wertvolle Fähigkeiten aneignen und Erfahrungen sammeln, wozu man sonst im regulären Studium so keine Möglichkeit hätte. Diese Fähigkeiten sind zum einen für den Praktikanten persönlich von Vorteil, wie ein gutes Praktikumszeugnis „pimpen“ sie allerdings auch gut den Lebenslauf. Fähigkeiten die man sich im Praktikum aneignet sind nicht selten sehr hilfreich im Lebenslauf und für spätere Bewerbungen.

(C) pixabay

7. Bei einem freiwilligen Praktikum ist man flexibel, besonders zeitlich, aber auch in der Dauer des Praktikums

Durch Praktika in verschiedenen Teilgebieten des Marketings zeigt man dem potentiellen zukünftigen Arbeitgeber, dass man weiß wo man hinwill und sich ausgiebig orientiert hat. Ein Vorteil, der freiwillige Praktika von Pflichtpraktika unterscheidet ist, dass man zeitlich absolut frei ist. Bei einem freiwilligen Praktikum ist man nicht durch Vorgaben der Hochschule gebunden, sondern kann sich Dauer und Startzeitpunkt flexibel aussuchen. Das kann vorteilhaft sein, gerade wenn sich Unternehmen mit der Beantwortung der Bewerbung Zeit lassen, oder wenn sie Praktika nur in bestimmten Zeiträumen anbieten.

(C) peshkov / Fotolia

8. Gründe für die erhöhte Schwierigkeit ein freiwilliges Praktikum zu bekommen

Freiwillige Praktikanten sind jetzt normale Arbeitnehmer

Ab dem 1. Januar 2015 ist ein neues Gesetz, welches die Vergütung von Praktikanten regelt in Kraft getreten. Ab diesem Zeitpunkt müssen freiwillige Praktika mit dem Mindestlohn bezahlt werden. Dadurch ist der Lohn den Praktikanten erhalten maßgeblich in die Höhe geschossen. Bei einer 40 Stunden Woche kommt man da schnell auf ein Gehalt von über 1.300 Euro im Monat. Das ist deutlich höher als vorher. Aber nicht nur die Bezahlung hat sich durch diese Regelung geändert. Durch das Gesetz fallen freiwillige Praktikanten jetzt unter ganz normale Arbeitnehmer, haben daher auch die geläufigen Arbeitnehmerrechte. Das heißt, sie haben einen gewissen Urlaubsanspruch, das Recht auf Bezahlung im Krankheitsfall und das Recht auf ein Arbeitszeugnis. Auch Sozialversicherungsbeiträge müssen Unternehmen für freiwillige Praktikanten bezahlen.

(C) pixelkorn / Fotolia

9. Nicht alle Praktikanten fallen unter die neue Regelung

Diese Regelungen gelten allerdings nicht pauschal für alle freiwilligen Praktika. Sie gelten ab einer Praktikumsdauer von 3 Monaten und einem Praktikantenalter von 18 Jahren. Es ist also durchaus noch möglich Praktika bis zu 3 Monate zu machen, ohne dass die Vergütung unter den Mindestlohn fällt. Bei eben jenen Praktika mit einer Dauer bis zu 3 Monaten greift die Minijob Regelung. Wenn hier der Verdienst über 400 Euro monatlich liegt, ist der Praktikant allerdings verpflichtet in die Rentenversicherung einzuzahlen.

(C) weyo / Fotolia

10. Für ein freiwilliges Praktikum muss der Mindestlohn gezahlt werden, das sprengt oft das Budget

Auf Grund dieser neuen Regelung ist es für viele Arbeitgeber nun gar nicht mehr möglich freiwillige Praktikanten länger als 3 Monate in Vollzeit zu beschäftigen. Gerade für kleine oder mittelgroße Unternehmen oder Agenturen sprengen die etwa 1300 Euro Verdienst, bei weitem das Budget das sie für Praktikanten zur Verfügung haben. Deshalb nehmen solche Unternehmen, wenn überhaupt noch, Pflichtpraktikanten an, welche nicht unter die Regelungen fallen. Ein anderer Aspekt ist, dass der Verdienst von Praktikant und gelernter Fachkraft nach dem neuen Gesetzt nicht mehr so klar auseinanderliegt. Allerdings hat sich an der Qualifikation der Praktikanten nichts geändert. Für Unternehmen lohnt es sich nun zunehmend nicht mehr so viel Geld für ungelernte Praktikanten zu zahlen, die unter anderem auch betreut werden müssen und bei weitem nicht den gleichen Beitrag zur Wertschöpfung des Unternehmens leisten können, wie ein ausgebildeter Angestellter. Darunter leiden insbesondere Schüler. Studenten die immerhin schon eine gewisse fachliche Qualifikation vorweisen können haben eher noch Chancen, wohingegen Schüler ja meistens fachlich noch nicht mit der Thematik des Marketings in Berührung gekommen sind, und daher auch noch keinen großen Mehrwert für ein Unternehmen leisten können. Zumindest keinen, für den Unternehmen bereit sind den Mindestlohn zu zahlen.

(C) Bulat / Fotolia

11. Wem nützt die neue Regelung?

Ob die Politik mit dieser Regelung den Praktikanten, oder denen die es gern sein würden, wirklich einen Gefallen getan hat bleibt fraglich. Sicherlich werden jetzt weniger Absolventen im Praktikum als billigere Dauerlösung anstatt in Festanstellung beschäftigt, allerdings wird auch vielen Bewerbern die Möglichkeit auf ein freiwilliges Praktikum verwehrt.

12. So kommt man trotzdem zur Praxiserfahrung 

Große Firmen nehmen nach wie vor auch Pflichtpraktikanten

Ein freiwilliges Praktikum im Marketing zu bekommen ist ohne Zweifel schwieriger geworden, die Hoffnung müssen die Bewerber allerdings trotzdem nicht aufgeben. Unmöglich geworden ist ein freiwilliges Praktikum nicht. Es gibt einige Optionen wie man als Bewerber trotzdem zu Praktika oder zu Praxiserfahrung kommt. Zum einen bieten gerade große Konzerne oder Agenturen weiterhin auch freiwillige Praktika an, viele werben sogar genau damit auf ihren Firmenwebseiten. Einige Konzerne haben auch die Vergütung für ein Pflichtpraktikum an das eines freiwilligen Praktikums angepasst und zahlen sogar mehr als den Mindestlohn. Wer also ein freiwilliges Praktikum machen möchte sollte sich auf jeden Fall bei größeren Unternehmen bewerben.

(C) sdecoret / Fotolia

13. Ein Praktikum im Ausland hat viele Vorteile

Eine andere Möglichkeit ist, sich auf ein freiwilliges Praktikum im Marketing, im Ausland zu bewerben. In anderen Ländern gelten für Praktika die Gesetze des Landes und in vielen ist die Vergütung nicht über den Mindestlohn geregelt. Mit einem Praktikum im Ausland schlägt man gleich 2 Fliegen mit einer Klappe, da im Lebenslauf Arbeitserfahrung im Ausland sehr wertvoll ist. Ein weiterer Vorteil den Auslandspraktika bieten, ist dass man seine Fremdsprachenkenntnisse erweitern kann, eine bereits gelernte Sprache verbessern oder eine neue lernen, dazu kommt, dass man wertvolle Soft Skills erwirbt, wie interkulturelle Kompetenz.

(C) pixabay

14. Eine Initiativbewerbung kann nie schaden, mehrere kurze Praktika auch nicht

Aber auch bei mittelgroßen Unternehmen sollte man sich bewerben auch wenn sie in ihren Stellenausschreibungen nur nach Pflichtpraktikanten suchen. Eine Initiativbewerbung kann hier trotzdem zum Erfolg führen. Und was einem ansonsten immer als Option bleibt sind kürzere Praktika. Gerade um sich zu orientieren reichen oft 3-monatige Praktika, von denen man mehrere hintereinander absolvieren kann. Vorteilhaft bei dieser Vorgehensweise ist, dass man nach Abschluss seiner Praktika auf einen breiten Erfahrungsschatz zurückgreifen kann, da man sowohl in Agenturen als auch in Unternehmen hineingeschaut, und verschiedene Facetten kennengelernt haben kann. Besonders in der Branche Marketing macht es Sinn lieber mehrere kurze Praktika zu machen und in möglichst viele Bereiche hineinzuschauen.

(C) Ingo Bartussek / Fotolia

15. Als Hiwi Erfahrung sammeln

Eine ganz andere Option Praxiserfahrung zu sammeln ist über Hiwi Stellen an Hochschulen. Diese gibt es oft auch im Bereich Marketing und sie lassen sich einfach in den normalen Studienalltag eingliedern.

Zusammenfassend kann man sicher sagen, dass es deutlich schwieriger geworden ist ein freiwilliges Praktikum zu bekommen, allerdings gibt es nach wie vor Optionen Praxiserfahrung zu sammeln.

 

Please follow and like us: